Inspiration

Im Interview mit...

Janosch Menger, Projektleiter Marketing und Kommunikation von myclimate Deutschland

Mit dieser Beitragsreihe möchten wir Euch unsere ausgewählten Partner unserer Klimaschutzprojekte genauer vorstellen. Wer steckt dahinter, was treibt sie an und wie laufen die Projektunterstützungen ab. Darüber hinaus nehmen wir das Thema Kompensation einmal genauer unter die Lupe und zeigen Euch warum der Beitrag einer und eines Einzelnen zählt.

Lieber Janosch, myclimate ist einer unserer Projektanbieter, durch den uns die Einsparung von klimaschädlichen Emissionen ermöglicht wird. Stellst Du uns myclimate einmal vor?

Wir sind eine gemeinnützige Non-Profit-Klimaschutzorganisation mit Sitz in Berlin, Düsseldorf und Reutlingen. Unsere Mutter-Stiftung hat ihren Hauptsitz in Zürich. myclimate ist bereits seit 18 Jahren im Klimaschutz aktiv und als internationale Initiative mit Schweizer Wurzeln gehören wir weltweit zu den Qualitätsführern von freiwilligen CO₂-Kompensationsmaßnahmen. 

myclimate steht aber für viel mehr als nur CO₂-Kompensation, denn wir beraten Unternehmen auch in Puncto Klimastrategie oder führen Ökobilanzierungen durch. Mit digitalen Analyse-Tools können wir Unternehmen unterstützen, damit sie ihren CO₂-Fußabdruck strategisch und nachhaltig verkleinern können.

Zudem entwickeln wir eigene Klimaschutzprojekte zusammen mit Partnern vor Ort – 125 Projekte in 37 Ländern sind es bis jetzt. Davon profitieren derzeit rund sechs Millionen Menschen weltweit. Auch sind wir im Bildungsbereich tätig. Mit unterschiedlichen Projekten gehen wir zum Beispiel in Schulklassen, um auf das Thema Klimaschutz und Klimawandel aufmerksam zu machen. Mitarbeiterworkshops für Unternehmen bieten wir ebenso an.

Dürfen wir auch fragen, warum Du dich entschieden hast, für myclimate zu arbeiten?

Ich habe meine Chance ergriffen, um mich mit meinen Fähigkeiten und Talenten für eine sinnvolle und gemeinnützige Arbeit einsetzen zu können. Ganz besonders schätze ich, dass wir mit unseren Klimaschutzprojekten vor allem auch die Menschen in Entwicklungsländern unterstützen und dass sie davon profitieren und bessere Lebensbedingungen erhalten.

Wenn interessierte Teilnehmer und -Teilnehmerinnen bei uns ihr passendes Klimaschutzprojekt aussuchen, durch das sie ihre vermiedene Tonne CO₂ wirksam machen möchten, wird ihnen ein Projekt von euch vorgestellt - Solarpanels für Bildung und Jobs. Was macht dieses Projekt so besonders?

Bei diesem Projekt geht es darum, dass Familien in ländlichen Regionen Äthopiens und Kenias der Zugang zu Solarenergie ermöglicht wird. Es werden sog. Solar-Home-Systeme installiert, um Strom für eine Beleuchtung zu erzeugen. Auf diese Weise werden nicht nur CO₂-Emissionen eingespart, sondern auch die Lebensbedingungen der Bevölkerung verbessert. Wie bei allen unseren Projekten profitiert also nicht nur das Klima, sondern vor allem auch die Menschen vor Ort. Das Projekt wurde bereits mit Awards gewürdigt und trägt zu acht der insgesamt 17 Nachhaltigkeitszielen bei. Mehr Infos zu dem Projekt findet ihr auch auf unserer Webseite.

Das klingt ja spannend! Und wer übernimmt die Verantwortung vor Ort?  Wie stellt Ihr sicher, dass mit den Projektgeldern auch tatsächlich die versprochenen Tonnen vermieden werden?

Wir arbeiten bei diesem Projekt eng mit unserem Partner, der Stiftung Solarenergie, zusammen. Sie stellen sicher, dass alles vor Ort professionell umgesetzt wird und sie überprüfen die Wirkung des Projekts regelmäßig. Zusätzlich ist das Projekt nach GoldStandard zertifiziert – dem derzeit höchsten Qualitätsstandard, wenn es um Klimaschutzprojekte geht. So ist eine weitere unabhängige Prüfung durch eine externe Instanz sichergestellt

Warum sind die Länder Tansania, Äthiopien, Kenia so geeignet als Projektparnter?

Viele unserer Klimaschutzprojekte setzen wir im globalen Süden um, also in Entwicklungs- und Schwellenländern, weil hier Klimaschutz am effizientesten möglich ist. Es lassen sich also große CO₂-Einsparung durch vergleichsweise einfache Mittel bewirken. Und gleichzeitig leisten unsere Projekte immer auch eine Verbesserung der Lebensbedingungen für die Menschen vor Ort. Zusammengefasst sind unsere Projekte also ganzheitlich. Sie stärken gleichzeitig die ökologische, ökonomische und soziale Entwicklung vor Ort.

Was genau passiert mit dem Geld, was durch die Teilnahme an der Klimawette bei euch landet?

Als gemeinnützige Non-Profit-Organisation garantiert myclimate, dass mindestens 80 % der Kompensationsgelder in die ausgewählten Klimaschutzprojekte fließen. Die tatsächliche Quote liegt sogar höher. Das dokumentieren wir für jeden nachvollziehbar und transparent in unseren Jahresberichten, die wir regelmäßig veröffentlichen. Sie können hier online angesehen werden. Die verbleibenden maximal 20 Prozent benötigt myclimate für die Deckung von Verwaltungs- und organisationsinternen Kosten.

Die Meinungen zum Thema Kompensation gehen ja häufig in die verschiedensten Richtungen. Was ist deine ganz persönliche Meinung dazu?

Die CO₂-Kompensation kann bereits verursachte Treibhausgasemissionen nicht rückgängig machen. Daher steht für mich an erster Stelle, Emissionen zu vermeiden und zu reduzieren, wo es möglich ist. Für alle unvermeidbaren CO₂-Emissionen, ist der Kompensationsmechanismus jedoch ein wichtiges Mittel für den Klimaschutz. Denn die Kompensationsspenden fließen bei myclimate in hochwertige und streng zertifizierte Klimaschutzprojekte, die nachweislich CO₂-Emissionen einsparen. Über die unterschiedlichen Webrechner auf unserer Webseite www.myclimate.de/kompensieren kann ich also genau ausrechnen wieviel Emissionen beispielsweise eine Autofahrt von A nach B oder eine Flugreise verursacht. Mit der darauffolgenden Kompensation, kann ich die zuvor errechneten Emissionen zumindest ausgleichen und das ausgewählte Klimaschutzprojekt und die Menschen vor Ort unterstützen.

Um bei den Auslösern für eine Kompensationszahlung nochmal anzusetzen. Aufgrund der aktuellen COVID-19 Pandemie fliegen nicht mehr viele Personen und die Spenden an eure Kompensationsprojekte werden dahingehend geringer. Wie schätzt ihr die Kraft der individuellen Kompensation ein, die durch das eigene Bestreben heraus den persönlichen CO₂-Fußabdruck verringern zu wollen, an euch geleistet werden kann?

Die CO₂-Kompensation durch Privatpersonen stellt, neben der Kompensation durch Unternehmen, Institutionen, Organisationen und dergleichen einen wesentlichen Baustein zu mehr Klimaschutz dar. Denn sie ermöglicht jedem und jeder Einzelnen, unvermeidbare Emissionen auszugleichen und damit einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

 Natürlich ist in vielen Bereichen vor allem auch die Politik in der Pflicht, notwendige Rahmenbedingungen zu setzen und die Weichen für eine umweltfreundliche und enkeltaugliche Zukunft zu stellen. Auch wird die Digitalisierung und technische Innovationen mehr und mehr dazu beitragen, klimafreundlichere Lösungen zu ermöglichen. Solange ist die freiwillige Kompensation aber eine zentrale Maßnahme, um den Klimaschutz voranzutreiben. Und jeder und jede Einzelne hat die Chance, etwas zu tun.

Lieber Janosch wir danken Dir sehr für Deine Zeit und das Gespräch! Wir freuen uns durch die Klimawette myclimate und seine Projekte unterstützen zu können!