Challenges Monatschallenge

Minimalismus-Challenge

Die Fastenzeit ist traditionell eine Zeit, in der man bewusst verzichtet, um sich auf Werte und Tugenden zurückzubesinnen. Auch nicht-religiöse Menschen können diese Zeit nutzen, um ihre Comfort Zone zu verlassen und Neues auszuprobieren. Deshalb möchten wir Euch mit dieser Challenge zum Thema Konsumverzicht bis Anfang April herausfordern.

Wir können nicht alle so leben

Wenn alle 7,77 Milliarden Menschen auf der Erde so leben würden wie wir in den westlichen Industrienationen, würden die Ressourcen der Welt nicht ausreichen. Genauso ist es mit unserem CO2-Verbrauch. Er übersteigt unsere planetaren Grenzen.

Zwar können wir hoffen, durch neue Technologien den Ressourcenverbrauch zu senken (Effizienz) oder auf erneuerbare Energien wechseln (Konsistenz), aber das alleine wird nicht reichen. Es gilt auch, auf Dinge zu verzichten, die nicht zu einem nachhaltigen Leben gehören (Suffizienz). Sich bewusst gegen ein Auto oder zumindest gegen einen SUV zu entscheiden. Wir sollten versuchen, ein Leben zu leben, das einen so geringen Einfluss auf den Planeten hat, dass wir alle so leben könnten, ohne unsere Lebensgrundlage zu zerstören.

Konsum ist nicht grundsätzlich schlecht, der Ressourcenverbrauch eines jeden Produktes ist jedoch nicht zu unterschätzen und erst recht nicht zu verdrängen. Let’s face it. So wie bisher geht es nicht weiter. We need to change. Everything within moderation please!

Minimalismus - Weniger ist einfacher

Minimalismus ist schon lange keine Randerscheinung mehr. Der erstmals durch die "Minimalists" Joshua Fields Millburn und Ryan Nicodemus bekannt gewordene Lebensstil aus den USA stellt eine Gegenbewegung zu unserer zunehmend materialistischen Welt dar und hilft dabei Einfach-, Klar- und Freiheit in das eigene Leben zu bringen. Denn nicht selten fühlt man sich überfordert, von der riesigen Auswahl von Shampoo im Supermarkt, dem vollen Kleiderschrank oder all den Kurztrip-Angeboten, denen man doch kaum wiederstehen kann. Die meisten Menschen füllen immer größere Wohnungen mit immer mehr Gegenständen, werden dadurch jedoch kaum glücklicher. Während ein durchschnittlicher Haushalt in Deutschland vor 100 Jahren noch mit rund 180 Gegenständen auskam, so besitzt ein Haushalt heutzutage 10.000 Gegenstände (statistisches Bundesamt).

Ein minimalistischer Lebensstil versucht daher, den ständigen Überfluss zu reduzieren. Dabei entscheidet jede/r selbst, welche Dinge das Leben tatsächlich bereichern und welche nicht.

Quelle: tu tu
Quelle: Nachelle Nocom

Tiny House - weniger Wohnraum, mehr Freiheit

Ein beeindruckendes Beispiel für Konsumverzicht sind Tiny Houses. Denn wenig Wohnraum bedeutet auch automatisch weniger Dinge. Und wie praktisch wäre es, das eigene Haus einfach mitnehmen zu können? Für Paare ist es jedoch ein ganz besonderer Stresstest, den Boris auf FindingSustania beschreibt. Trotzdem: Das Gefühl mit weniger tatsächlich auszukommen ist einmalig.

Wo fängt man an?

Pinterest nach minimalistischen Einrichtungstipps zu durchsuchen macht zwar Spaß, jedoch ist das alles leichter gesagt als getan. Um Euch den Einstieg in das Thema Konsumverzicht zu erleichtern, bieten wir Euch im folgenden ein paar spannende Ressourcen und Ideen für Challenges an, die Euch über die Fastenzeit begleiten können. Wenn Ihr weitere Infos zum Einstieg in das Thema Minimalismus braucht, lest gerne diesen wunderbaren Blogpost von der Nachhaltigkeits-Blogerin Laura Mitulla.

Mehr erfahren über Minimalismus und Konsumverzicht

Für einen seichten Einstieg empfiehlt sich die neue Netflix Doku "Less is now".

Wer des Englischen mächtig ist, kann sich außerdem die Videos von Matt D'Avella anschauen, in denen er regelmäßig das Thema Minimalismus thematisiert.

Wer ausmisten möchte, kann "Magic Cleaning" von Marie Kondo lesen oder kostenlos auf Spotify hören. Ihre Kernaussage ist: Umgebe Dich nur mit Dingen, die Dich glücklich machen oder Dingen, die Du wirklich brauchst. Eine ihrer Methoden: nehme jedes Buch, jede Creme, jeden Bilderrahmen in die Hand und stelle Dir diese beiden Fragen. Nur angucken gilt nicht. Außerdem: Überlege für jedes Teil, das Du neu kaufen möchtest, was Du stattdessen verschenken oder verkaufen würdest. Hier gibt es weitere Buch-Vorschläge rund um das Thema Minimalismus.

Quelle: Kelly Sikkema

Nutzen statt Besitzen

Habt ihr schonmal von dem Begriff #share-economy gehört? Die Idee ist, Dinge gemeinschaftlich zu gebrauchen, man teilt zum Beispiel Autos, Werkzeug, Wohnraum oder auch Gemüsebeete.

Denn eine Bohrmaschine pro Wohnhaus reicht doch, sie liegt sowieso den Großteil der Zeit ungenutzt herum! Probiere es doch das nächste Mal aus, bevor du etwas kaufst. Frag erst mal herum, vielleicht hat Dein Nachbar oder eine Freundin vielleicht schon das benötigte Werkzeug? Kennst Du schon Pumpi Pumpe? Dort bekommst Du Vordrucke von kleinen Aufklebern, mit denen Du für alle Nachbarn sichtbar machen kannst, was man sich bei Dir leihen kann. Cool, oder?

Tauschen ist das neue Kaufen

Wer von Euch hat schon mal an einer Tauschparty teilgenommen? In Corona-Zeiten ist auch diese Form der Parties abgesagt, aber es gibt tolle Online-Plattformen, um nicht mehr benötigte Gegenstände gegen Neue einzutauschen. Probiert doch mal Tauschticket oder die Rubrik "zu verschenken & Tauschen” bei Ebay Kleinanzeigen.

#nobuy Challenge

2014 haben wir auf FindingSustania eine #nobuy Challenge durchgeführt. Einen Monat lang haben Santa und Anna keine neuen Dinge gekauft. Dabei haben wir festgestellt, dass es viele schöne Alternativen zum Konsumrausch gibt und dass wir viele erfreuliche Nebeneffekte erfahren haben. Auch wenn es uns manchmal schwergefallen ist, wir würden es immer wieder tuen. Es ist einfach bewusstseinsweiternd. Wäre das auch etwas für Dich? Dann nimm Dir doch vor, in der Fastenzeit nicht zu konsumieren. Kein Online-Shopping, keine spontanen Zeitschriftenkäufe am Kiosk, niente. Gut für deine Geldbörse und für den Planeten. Außerdem ganz wichtig: Erfreue Dich an der neu gewonnenen Zeit, Freiheit und gönne Dir Nicht-Materielle Alltagsdelights mit dem gesparten Geld. (Kurzer Werbeblock: Hast Du schon an der Klimawette teilgenommen? 1 Tonne CO2 darf auch während der #nobuy Challenge gekauft werden ;-)

#ichmisteaus Challenge

2017 haben wir uns auf FindingSustania etwas ausgedacht, um uns spielerisch von Dingen zu befreien, die zu viel Raum einnehmen.

Das Ziel: Im Monat März 31 Dinge ausmisten! Du hast natürlich die Freiheit, mehr oder auch weniger auszumisten. Wir Sustainians sind ja bekanntlich keine Dogmatiker. Wir werden in den nächsten Tagen und Wochen auf unseren Social Media Kanälen über Möglichkeiten berichten, was man mit ausgemisteten Gegenständen machen kann.

Die Art, wie Du vorgehst, ist Dir selbst überlassen.

Für Radikale: die #packingparty

Der Minimalist Ryan Nicodemus wollte sich nicht langfristig mit seinen Dingen beschäftigen, um nach und nach auszumisten. Er wählte einen schnelleren und radikaleren Weg:

Er packte seinen gesamten Besitz in Kartons ein wie bei einem Umzug. In den nächsten 3 Wochen nahm er sich aus den Kartons wieder Gegenstände heraus, die er benötigte. Bei Ryan Nicodemus waren am Ende noch 80% aller Gegenstände in Kartons eingepackt und er hat diese dann gespendet oder entsorgt. Du kannst den Zeitraum natürlich verlängern und z.B. nach einem Jahr schauen, wie viel noch eingepackt ist. Für diejenigen unter Euch, für die sowieso ein Umzug ansteht, ist das vielleicht eine spannende Idee!

Für die Innovativen: #goingpaperless

Wer kennt es nicht? Zuhause stapeln sich die Ordner mit vermeintlich wichtigen Dokumenten, man bewahrt alte Schul- und Uniunterlagen auf dem Dachboden auf, "falls man doch mal etwas nachgucken möchte". Sich von diesem Ballast zu befreien, ist gar nicht so schwer. Man braucht nur einen Scanner (oder man nutzt die Scan-Funktion im Handy), einen digitalen Ablageort für die Dokumente und eine Ordnungsstruktur.

Wäre es nicht toll, von überall auf wichtige Dokumente zugreifen zu können, anstatt sie im Schrank verstauben zu sehen? Hier findet Ihr eine Anleitung zu diesem Thema.

Anna fotografiert auch Erinnerungsstücke und sammelt sie in einem Fotobuch. Ganz ohne die Gefahr, dass sie verstauben. Dieser "Trick" eignet sich auch für Kleidungsstücke, die man nur noch aus nostalgischen Gründen behält. Der erste Kuss in diesem Shirt...

UND?!?! War etwas dabei für Dich?

Spürst Du dieses warme, kribbelnde Gefühl vor der Entscheidung, Dich auf eine neue Challenge einzulassen? Oder macht sich da erst einmal Unbehagen breit? Das sehr gute Buch von Gretchen Rubin mit dem schönen Titel "Better than before" (auf deutsch: Erfinde Dich neu) beschreibt sehr gut, dass es sehr unterschiedliche Typen in Sachen Gewohnheitsveränderungen gibt. Da sind diejenigen, die voller Freude starten, aber es kaum bis zum Ende schaffen (call them opener). Und Andere, die vorsichtig und skeptisch starten, die sich dann aber unbedingt mit einem fulminanten Challenge-Sieg feiern (die sogenannten finisher). Es gibt Menschen, die gerne ganz oder gar nicht auf Minimalismus umsteigen und andere, die alles schaffen, wenn sie sich nur ein paar Ausnahmen erlauben dürfen. Manchen hilft es, öffentlich zu verkünden, dass man ab heute an der Minimalismus-Challenge der Klimawette teilnimmt (davon wünschen wir uns besonders viele, ehrlich gesagt), andere sind mit weniger Aufsehen glücklicher. Egal was Eurer Persönlichkeit am ehesten entspricht, wir sind uns ziemlich sicher, dass die Challenge an sich Euch gefallen wird. Und wir können es kaum erwarten, etwas zu Euren Erfahrungen zu lesen. Nutzt alle Kanäle und setzt unbedingt die Hashtags #Klimawette und #Minimalismuschallenge. Damit wir auch mitbekommen, was bei Euch so passiert. 

Eure Chiara, Andrea, Santa und Anna